Smart Factory, Machine-to-Machine, Integrated Industry – Die digitale Transformation ist in Deutschland längst angekommen. Seit 2013 hat sich die Investition in Auf- und Umrüstungen mehr als verdoppelt. Und ein Ende ist kaum in Sicht. Doch wie passen digitale Transformation und klassische Industrie zusammen? Wie stellen sich Marken in der Industrie 4.0 richtig auf?

Sicher wäre Edmund Cartwright nicht im Traum darauf gekommen, dass sein 1758 patentierter mechanischer Webstuhl den Grundstein für die erste industrielle Revolution legen würde. Auch die Einführung der Fließbandfertigung in Cincinnati um 1870 und die Etablierung der speicherprogrammierbaren Steuerung ebneten den Weg in eine gänzlich neue, vierte Revolution: Inputs, Outputs, eine Firmware und eine Schnittstelle – fertig ist der erste Baustein eines Computers. Die Digitalisierung hat fast jeden Bereich unseres Lebens erfasst und schreitet ungehindert voran. Wie bereits damals so sind Industrie und Wissenschaft auch heute die treibenden Kräfte hinter neuen technologischen Entwicklungen und gleichzeitig Wegbereiter einer gänzlich neuen Ära der Automatisierung.

Deutschland kommt in diesem Transformationsprozess seit langem eine Schlüsselrolle zu, vor allem in den Bereichen Sensorik/Mikroelektronik, Robotik und eingebetteter Software. Nicht umsonst meint Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter / Senior Vice President der HANNOVER MESSE, dass die „Industrie 4.0 der entscheidende Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschlands“ sei. Eine Studie der PwC geht davon aus, dass bereits in vier Jahren über 80 Prozent der Industrieunternehmen ihre Wertschöpfungskette vollständig digitalisiert haben werden und dass die Industrie jedes Jahr rund 40 Milliarden Euro für Anwendungen der Industrie 4.0 ausgeben wird. Auf diese Weise lägen, so PwC, Effizienzsteigerungen von bis zu 20 Prozent und ein jährlicher Umsatz von mehr als 30 Milliarden durchaus im Bereich des Möglichen.

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Was bedeutet „Industrie 4.0“?

Kurz gesagt: Es geht um Vernetzung. Mensch zu Maschine, Maschine zu Maschine und – im übergeordneten Kontext – Maschine zu Mensch und Mensch zu Mensch. Wolfgang Dorst, Bereichsleiter Industrie 4.0 beim Bitkom e.V., definiert Industrie 4.0 als neue Option, Produktions- und Fertigungsprozesse durch Vernetzung flexibel zu halten und dadurch überhaupt erst möglich zu machen. Kunden werden direkt in flexible Wertschöpfungs- und Produktionsprozess eingebunden und es entstehen individuelle, hybride Produkte – Unikate –, die gleichzeitig Dienstleistungscharakter haben. Jeder Anbieter wird zugleich zum Dienstleister. Denn die klassische Wertschöpfungskette wird durch die Industrie 4.0 zu einem engmaschigem Wertschöpfungsnetz – der Smart Supply Chain –, bestehend aus Kunde, Dienstleister, Anbieter und einer technologischen Schnittstelle.

Damit dies gelingt, sind neben standardisierten industriellen Fertigungsprozessen vor allem intelligente, vernetzte Fabriken – sogenannte Smart Factory – und die Vernetzung eingebetteter Informations- und Kommunikationssyteme, der Cyber Physical Production Systems. Sie erst ermöglichen beispielsweise den Einsatz von Augmented Reality bei Serviceangeboten oder die Kombination von Mensch und Roboter für riskante Arbeitsschritte.

Microsoft beispielsweise begegnet diesem Trend mit einer hauseigenen Lösung: Microsoft Azure – eine offene Cloud Computing Plattform. Zusammen mit KUKA, dem weltgrößten Hersteller für Industrieroboter und Automatisierungslösungen, hat der Softwaregigant einen der weltweit ersten Roboter gebaut, der auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine abgestimmt ist. Der „Intelligente Industrial Work Assistant (Kuka LBR iiwa)“ nimmt menschliche Interaktion wahr und kann auch komplexe Tätigkeiten millimetergenau ausführen. Der cloudbasierte Datenaustausch ermöglicht die vorausschauende Wartung von Maschinen in Echtzeit – Predictive Maintenance at its best.

Welche Chancen bietet Industrie 4.0 für Deutschland?

Dr. Jürgen Bischoff warnt:

„Der Mittelstand droht bei der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion abgehängt zu werden, wenn er seine Zurückhaltung [zur] Industrie 4.0 nicht aufgibt.“

Im Auftrag des BMWi führte er eine Studie durch, um mögliche Potentiale und Risiken der Industrie 4.0 für den deutschen Mittelstand zu identifizieren. Sein Ergebnis: Die Transformation geht nur sehr schleppend voran. Auch eine frühere PwC-Studie legt nahe: Die Vernetzung von Fabriken ermöglicht zwar höhere Qualität durch bessere Effizienz und größere Flexibilität. Doch gleichzeitig sind mit der Implementierung hohe Investitionen verbunden, die bei rund 90 Prozent der Unternehmen in externe Beratungsfirmen fließen. Auch wenn die anfängliche Investition für einige Unternehmen abschreckend wirken mag, entstehen langfristige Produktivitätsgewinne und dadurch positive Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft.

Für kleine und mittelständische Unternehmen wird es daher immer wichtiger, auch Wettbewerber außerhalb der klassischen Cluster zu beobachten. So können Nischen schnell besetzt und gesichert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die eigenen Vernetzungspotentiale frühzeitig zu erkennen und konsequent einzubinden. Nur so können sich Unternehmen sowohl methodisch als auch technisch kompetent aufstellen.

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Wie gehen Unternehmen mit dem Wandel um?

Die McKinsey-Studie „Industry 4.0: How to navigate digitization of the manufacturing sector“ hat fünf Faktoren identifiziert, wie sich Unternehmen digital gezielt aufstellen und Potentiale maximieren können: Die Zusammenführung und Auswertung sämtlicher Daten spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Mitarbeiterkompetenz, der direkte Zugang zu Kunden, die Adaptationsgeschwindigkeit und datenschutzrechliche Maßnahmen.

Unternehmen, die Ihre Marke überzeugend positionieren wollen, benötigen mehr als einen externen Coach. Sie benötigen ein Framework, dass Ihnen dabei hilft, Ihr Unternehmen durch und durch zu verstehen, strategisch auszurichten, kommunikativ zu steuern und ganzheitlich zu implementieren. Und: Sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie stellen sich der digitalen Transformation bewusst und nachhaltig, indem sie

  • Mitarbeiter in Schlüsselkompetenzen weiterbilden
    Fördern Sie interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen. Ein Blick in die Zahlen des aktuellen Fachkräftemonitorings 2015 von hannoverimpuls verrät: Für rund 90 Prozent der zu besetzenden Stellen in der Produktionstechnik und im IT-Bereich lassen sich bisher nur schwer Bewerber finden. Mit der Entwicklung der Industrie 4.0 dürfte sich die Situation weiterzuspitzen, denn die immer komplexer werdenden, industriellen Fertigungssysteme benötigen künftig einen gut ausgebildeten Wissensarbeiter.
  • Datensilos vermeiden
    Führen Sie Ihre Daten zusammen. Sowohl im B2B als auch im B2C-Bereich ist es unerlässlich, alle relevanten Daten nahtlos miteinander zu verknüpfen. Soziale Kollaborationsplattformen wie Slack, Trello oder Basecamp und ganzheitliche ECM-Systeme wie die Adobe Marketing Cloud oder IBM ECM helfen dabei, Daten auch über Abteilungen hinweg sinnvoll zu organisieren und zugänglich zu machen.
  • Zum Dialog beitragen
    Nutzen Sie bestehende Plattformen um Zugang zu Partnern und Kunden zu erhalten – auch außerhalb der eigenen Branche. Die Deutsche Messe AG bietet mit der HANNOVER MESSE und der CeBIT zwei international führende Messen für die industrielle Fertigungstechnik und digitale Wertschöpfungsketten. Setzen Sie sich mit den Trends auseinander, steigen Sie in Gespräche ein und lernen Sie, wie wer wo und warum über Ihr Produkt und Ihre Marke spricht.
  • An der richtigen Stelle investieren
    Gestalten Sie Ihren eigenen Markenkosmos. Wenige Marken schöpfen aus dem vollen Potential, dass sie bereits heute haben. Das liegt in vielen Fällen daran, dass Vision und Ziele, Strategie und Identität, Kommunikation und Analyse nicht richtig aufeinander abgestimmt sind. Der multiBRANDING-Ansatz begleitet Unternehmen systematisch dabei, ihre eigene Markenkultur zu schaffen – und sie langfristig zu implementieren.

Die digitale Transformation ist Chance und Herausforderung zugleich. Für Marken bedeutet dies, dass sie sich vor allem kommunikativ ganzheitlicher aufstellen und vernetzter denken müssen. Es reicht nicht mehr, in einzelnen Kampagnen für spezifische Zielgruppen zu denken. Die vernetzte Marke steht auf einem soliden, strategischen Fundament und entwickelt einen eigenen, wiedererkennbaren Charakter. Sie denkt transmedial und agiert dezentral. Nur so können bestehende Potentiale genutzt werden und auch Nischen professionell besetzt werden. Nur so gelingt der Schritt in die digitale Transformation.




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