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What’s up, WhatsApp?

/ 12.10.2018

In einem früheren Blog-Beitrag haben wir das Thema Werbung bei WhatsApp bereits behandelt. Jetzt hat der Social-Network-Riese aus dem Silicon Valley Nägel mit Köpfen gemacht: Ab Februar 2019 werden die ersten Werbeanzeigen im Status-Bereich und als Direktnachricht von WhatsApp geschaltet. Das hat jetzt Facebooks Vizepräsidentin für Globale Marketingstrategien, Carolyn Everson, in einem Interview bestätigt.

Da die beiden Gründer von WhatsApp nicht mehr zum Mutterkonzern Facebook gehören, findet ihre Meinung bei Zuckerberg & Co. keine Beachtung mehr. Aus diesem Grund wird die Klausel, die besagt, dass WhatsApp bis 2019 kein Geld erwirtschaften muss, Anfang nächsten Jahres auslaufen. Und dann will Mark Zuckerberg sofort handeln, um auch mit dem Messengerdienst Geld zu verdienen. 2017 konnte die Mutter Facebook einen Nettogewinn von knapp 16 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Wie wird das dann wohl im Jahr 2019 aussehen? Das ist bei einer geschätzten Anzahl von ungefähr 1,5 Milliarden WhatsApp-Accounts kaum zu ermessen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge wird WhatsApp pro Anzeige und Kunde zwischen 0,5 und 9 Cent verlangen.
Im „Status-Bereich“ sollen dann die Anzeigen zwischen den Urlaubsbildern von Freunden und Familie auftauchen. Aber auch die von bereits 100 Unternehmen getesteten Direct-Message-Anzeigen werden 2019 umgesetzt. User sollen aber selber entscheiden können, ob sie Anzeigen per Direktnachricht erhalten wollen oder nicht. WhatsApp ist somit neben Instagram und Facebook das dritte Social Network aus Zuckerbergs Konzern, auf dem Werbung geschaltet wird.

Geld verdienen auf Kosten des Datenschutzes?

WhatsApp-Gründer Brian Acton befürchtet jetzt allerdings, dass der Konzern die End-to-End-Verschlüsselung aufweichen wird, um an Informationen für zielgerichtete Werbung zu gelangen. Damit hätte der Internetgigant Zugriff auf die Daten von ungefähr 4,3 Milliarden monatlichen Nutzern weltweit. WhatsApp könnte damit zielgerichtet Schlagworte aus Chatverläufen lokalisieren, um mit den Anzeigen die richtige Zielgruppe zu treffen. So würden zwei Freunde, die sich über aktuelle Fußballergebnisse unterhalten, passende Produkte von ihrem Lieblingsteam angeboten bekommen, und das möglicherweise in der Halbzeitpause des Spiels. Für User würde das bedeuten, dass ihre privaten Chats vom Facebook-Konzern durchleuchtet werden könnten. Zu diesen Vorwürfen hat sich Zuckerberg bis jetzt noch nicht geäußert.

Große Chance für Marken

Werbung auf WhatsApp wird kommen. Aus diesem Anlass sollten sich Marken überlegen, ob sie den Messenger für ihre Marke als sinnvolle Werbeplattform sehen. Mit weltweit ca. 450 Millionen täglich aktiven Nutzern ist die Reichweite des „WhatsApp-Status“ in einem halben Jahr (Nov. 2017 bis Mai 2018) um 150 Millionen User gewachsen. Das verspricht für Marken und Unternehmen langfristig ein enorm großes Potenzial. Auch die Tatsache, dass wir immer unser Smartphone in der Hosentasche haben und mehrmals täglich WhatsApp öffnen, um unsere Nachrichten zu checken, ermöglicht Marken eine extrem zielgerichtete Werbung. Mit der Aufweichung der End-to-End-Verschlüsselung könnten Informationen über die anzusprechende Zielgruppe einen Vorteil für Marken darstellen, auch in Hinblick auf den Zeitpunkt der geschalteten Werbung.

Auf die Frage, ob User aufgrund von Werbeanzeigen bei WhatsApp zu einem anderen Messengerdienst wechseln würden, antworteten nur 19 %* mit „Auf jeden Fall“. In Zukunft ist also trotz Gewinnmaximierung nicht mit einem großen Verlust von Nutzern bei WhatsApp zu rechnen.

 

*Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/869557/umfrage/werbung-bei-whatsapp-als-grund-fuer-einen-messengerwechsel-in-deutschland/

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