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#trendUpdate: XING

Sebastian Tammen
von Sebastian Tammen
/ 02.03.2018

Klein, aber fein: Die Hamburger Plattform XING gehört mit 13 Millionen Mitgliedern zum bisher größten deutschen Social Network für internationale Geschäftskontakte. XING ist bei Bewerbern und Recruitern wieder gleichermaßen beliebt, nachdem Anfang vergangenen Jahres eine medienwirksame Kontroverse um die Aktivitäten des ehemaligen XING News Herausgebers Richard Trichy viele Nutzer zum Austritt bewog.

 

Auf einen Blick

  • XING ist ein deutsches Social Content Netzwerk für den fachlichen Austausch.
  • Es zählt aktuell 13 Millionen Nutzer, von denen 9 Mio. aus der DACH-Region stammen.
  • XING gilt als wichtigstes Netzwerk für Unternehmen und Arbeitssuchende in der DACH-Region.
  • Der Durchschnittsnutzer ist zwischen 39 und 45 Jahren alt und wohnt in Deutschland.
  • Neben dem Premium Club bietet XING auch die Recruitingpakete ProJobs und ProBusiness an.
  • Das Netzwerk hat eine durchweg positive Bilanz, anders als der Konkurrent LinkedIn.
  • XING gehört seit 2009 zur Hubert Burda Media.

 

XING: Das Business-Portal der DACH-Region

Egal, ob Business-Event, Jobsuche oder fachlicher Austausch unter Kollegen: In Deutschland zählt XING noch immer zum bekanntesten und beliebtesten Business Netzwerk. 2003 als Open Business Club, kurz: OpenBC, von Unternehmer Lars Hinrichs gegründet, bewahrte sich das Netzwerk im deutschsprachigen Raum lange einen quasi Monopolstatus. Heute zählt das Netzwerk über 1.000 Mitarbeiter und 13 Millionen Nutzer. Ein Blick auf die Verteilung zeigt: Der Großteil der Nutzer stammt aus Deutschland (75 %), während die Schweiz (6 %) und Österreich (4 %) etwa gleich stark vertreten sind.

XING ist vor allem eines: eine Networking Plattform, die sich auf die berufliche Weiterentwicklung spezialisiert hat. Befragt man Unternehmen im deutschsprachigen Bereich, wo sie nach Kandidaten suchen, ist XING (22 %) deutlich beliebter als LinkedIn (9 %). Und das auch unter Bewerbern: Knapp 41 Prozent nutzen die Plattform für die Stellensuche. LinkedIn steht mit 26 Prozent an Platz zwei, gefolgt von Google+ (17 %) und Facebook (12 %).

Dabei unterscheidet sich die Art und Weise, wie Nutzer mit der Plattform umgehen, grundlegend von dem durchschnittlichen Nutzungsverhalten auf den bekanntesten Social Netzworks. Während die befragten Nutzer auf Facebook zu gleichen Teilen selbst Beiträge verfassen  (33 %) und Beiträge anderer konsumieren (32 %), ist auf XING nur ein Bruchteil der befragten Nutzer aktiv (6 %) oder passiv (12 %) unterwegs – und liegt damit gleichauf mit der Nutzung von Pinterest im deutschsprachigen Raum. Lediglich 46 % der Deutschen geben an, die Plattform zu kennen; Facebook, WhatsApp und YouTube liegen mit einem Durchschnittswert von 94 % deutlich vor der Hamburger AG.

 

Local Hero mit Innovationspotenzial?

Die Zahlen sprechen für sich: XING verzeichnet seit 2009 kaum Verluste und durchbrach in den letzten beiden Jahren erstmals die 8-Millionen-Grenze. Zum Vergleich: LinkedIn machte im gleichen Zeitraum über 160 Millionen USD Minus. Im Q3 lag der Umsatz bei ca. 48 Millionen Euro, von denen über 90 % aus der DACH-Region stammten. Der Premium Club gehört mit einem Anteil von über 50 % zu den Umsatztreibern des Netzwerks, dem ca. 1.000 Mitglieder angehören. Er ermöglicht registrierten Mitgliedern nicht nur detaillierte Einblicke/Anpassungen in die/der Besucher- und Profilstatistik, sondern bietet ihnen auch Vorteilsaktionen bei teilnehmenden Partnern. Neben dem Premium Club bietet XING mit ProJobs und ProBusiness je ein Zusatzpaket für Privatpersonen und Unternehmen an, um für Headhunter sichtbarer zu werden oder geeignete Fachkräfte leichter zu finden.

In den letzten Jahren hat sich XING – ähnlich wie LinkedIn – vom reinen Kontaktnetzwerk zu einer umfassenden News- und Informationsplattform entwickelt. Konnten Nutzer Anfang 2003 lediglich ein Profil erstellen und sich mit Kontakten verknüpfen, so können sie heute nicht nur aus einem eigens kuratierten Feed an Publishern und Influencern wählen, sondern auch eigene Business-Events organisieren, sich in Themenforen austauschen und auf eine zahlreiche Palette weiterer Dienste zugreifen. Auch wenn XING bereits seit 2012 Teil der Hubert Burda Media ist, dürfte die kürzliche Übernahme der Konkurrenzplattform LinkedIn durch Microsoft für neue Dynamik sorgen. Zuletzt war XING wegen der Ernennung des umstrittenen Publizisten Roland Tichy als Herausgeber der XING News unter heftige Kritik geraten. Anfang des Jahres räumte der ehemalige Chefredakteur der Wirtschaftswoche den Posten.

Weitere Quellen

  • https://de.statista.com/statistik/studie/id/6674/dokument/xing-social-media-statista-dossier/

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