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Teil 1: Plattformökonomie – das Unwort des Jahres?

/ 23.03.2018

Während viele Unternehmer „Ja“ rufen und andere sich fragen: „Plattform…was“, fordern Jeff Bezos, Larry Page und Marc Zuckerberg etwas verwegen: „Catch us, if you can.“ Die Idee der Plattformökonomie existiert unter dem Deckmantel der Sharing Economy schon etwas länger. Allerdings begreifen viele Marken und Unternehmen erst jetzt, welche Auswirkungen diese neue wirtschaftliche Entwicklung mit sich bringt: eine Plattform, alle Services?

„Plattform…was?“

Global Player wie Amazon, ebay, Airbnb, Uber und die App Stores von Google oder Apple haben die Chancen der Digitalisierung längst genutzt. Sie profitieren davon, anderen Unternehmen den Zugang zum Kunden zu verkaufen. Diese Strategie nennt sich, vereinfacht ausgedrückt, Plattformökonomie. In diesem disruptiven Modell können Plattformbetreiber ihr Angebot quasi ohne Kosten enorm ausweiten und dabei Zeit und Ressourcen sparen. Der Clou: Bestens abgestimmte und selbstlernende Algorithmen übernehmen die Aufgaben eines klassischen Gatekeepers – und eine ganze Reihe automatisierbarer Aufgaben. So können die Personal- und Transaktionskosten minimiert werden, während Gewinn- und Umsatzmarge deutlich erhöht werden können.

Der wesentliche Treiber: die Digitalisierung. Sie transformiert die Wirtschaft bereits weit über den E-Commerce-Sektor hinaus. Fassen wir uns doch einmal selbst an die Nase und gestehen uns ein: Ohne Plattformen geht es nicht mehr. Denn: Privat haben Plattformen unser Leben schon längst erobert. Warum also nicht auch auf Unternehmensebene?

„Ist es wirklich schon so spät?“

Die traurige Wahrheit ist: Deutschland hat den Trend verpasst – und mit ihm mehr als die Hälfte der deutschen Führungskräfte, die von dem Begriff noch nicht einmal gehört haben. Das heißt allerdings nicht, dass es mitunter zu spät ist, als Anbieter auf einer Plattform vom Kundenzugang zu profitieren oder selbst eine Plattform aufzubauen. Wer jetzt aber nach vorgefertigten Best-Practise-Beispielen sucht, die sich 1:1 übertragen lassen, hat das Prinzip nicht verstanden.

Ein Masterplan? Der Kunde will mehr!

Natürlich kann der Blick auf bestehende Plattformen dabei helfen, ein eigenes Modell zu entwickeln. Nur geht es eben nicht darum, eine Strategie zu übernehmen, sondern deren Prinzipien erfolgreich auf die eigene Plattform oder das eigene Produkt zu übertragen.

Also: Den ultimativen Masterplan gibt es nicht! Ein Blick über den eigenen Horizont hinaus sowie langfristiges Denken und die fortschreitende Entwicklung der Plattform scheinen die beiden einzigen Garanten für den erfolgreichen Betrieb der eigenen Plattform zu sein.

Zwo, eins, Risiko …

Nehmen Plattformen Unternehmen also generell den Wind aus den Segeln? Oder ermöglichen sie womöglich neue Chancen für den Mittelstand?

Die Globalisierung hat einen Preis- und Innovationsdruck von bisher ungeahnter Größe entfacht, der mit der voranschreitenden Digitalisierung noch an Fahrt gewinnt. Die Plattformökonomie verschärft den Wettbewerb nochmal dramatisch, stehen die Händler doch nun auf Amazon, ebay und Alibaba in unmittelbarer Konkurrenz zueinander – und häufig auch zu sich selbst.

Das eigene Geschäftsmodell sollte es daher vor allem möglich machen, Entscheidungen schnell zu treffen. Das bringt die Digitalisierung nun mal so mit sich. Entwicklungen müssen rasant umgesetzt und auf Veränderungen muss direkt reagiert werden. Erfolgsgarantie? Fehlanzeige! Der Leitsatz ist: Im Interesse des Kunden handeln, niemals stillstehen und den Markt wirklich gut kennen. Wir müssen vom Nutzerverhalten lernen und uns unserer ureigenen Vorstellungskraft bedienen, um dem Nutzer einen Mehrwert zu bieten.

Plattform-Revolution: Chancen ergreifen?

Die Augen vor dieser Revolution zu verschließen, wird Unternehmen früher oder später vor ein unlösbares Problem stellen, denn eines ist sicher: Der Wandel ist von Dauer! Die Frage, die sich vor diesem Hintergrund stellt ist: Muss jedes Unternehmen zur Plattform werden?

 

Die Antwort erwartet Euch bald in Teil 2.

 

 

 

 

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