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Marken in einer resilienten Gesellschaft

Philipp Rittler
von Philipp Rittler
/ 21.04.2020

In unserer Gesellschaft hat sich das Bewusstsein für mögliche Gefahren enorm geschärft – spätestens mit den strikten Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Ausbreitung von COVID-19. Seitdem ist häufig von „Resilienz“ die Rede. In diesem Blogbeitrag wollen wir erläutern, was es damit eigentlich auf sich hat, welche Eigenschaften ein resilientes System aufweist und welche Rolle eine resiliente Gesellschaft für Marken einnimmt.

Lassen Sie uns zuerst ein gemeinsames Verständnis von Resilienz aneignen: Die Resilienz eines Ökosystems beschreibt die Fähigkeit, trotz heftiger Außeneinwirkungen, langfristige Stabilität des Systems zu gewährleisten. Dabei geht es um das schadlose Überstehen solch einer Phase. Dadurch unterscheidet sich Resilienz von dem ebenfalls oft gebrauchten Begriff der Nachhaltigkeit: Der Grundgedanke hinter nachhaltigem Handeln ist die Vermeidung von (ökologischen) Gefahren. Resilienz ist dagegen weitaus mehr als bloßes Verhindern und Vermeiden. Wenn wir den akuten Klimawandel als Beispiel betrachten, wird schnell deutlich, dass die davon ausgehenden Gefahren nicht mehr so einfach zu verhindern und vermeiden sind. Deshalb gilt es für die Menschheit, selbstverständlich neben der Ursachenbekämpfung des Klimawandels, eine schadlose Umgangsweise mit den Gefahren zu entwickeln. Trotzdem setzt resilientes Verhalten oftmals materielle Nachhaltigkeit voraus, wodurch deutlich wird, dass sich die Inhalte beider Begriffe in einigen Punkten überschneiden.

Natürlich kann man den Begriff der Resilienz auch auf die menschliche Psyche anwenden. Dann beschreibt sie die psychische Widerstandskraft einer Person, schwere Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Wer das Prinzip der Resilienz also versteht – egal, ob privat oder unternehmerisch – kann (Lebens-)Situationen, Umweltszenarien, Produkte und Marktentwicklungen besser vorhersagen. Es ist außerdem wichtig, „resilient“ von „redundant“ oder „robust“ zu unterscheiden: Ein redundantes System kann Störungen durch gewisse Backups kompensieren, ein robustes System wiederum schafft es lange Zeit zu überdauern, ist aber wenig wandlungsfähig. Resiliente Systeme dagegen zeichnen sich durch ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aus. Spannend daran mag sein, dass ein resilientes System keineswegs effektiver als andere Systeme funktionieren muss, sondern mitunter in einer Art und Weise agiert, die unkonventionell und unvorhersehbar sein kann. Dabei bleibt das resiliente System trotzdem in der Lage, Dinge miteinander zu verknüpfen, zu verschieben, zukunftsorientiert zu reagieren und auch mal langsame und ruhige Phasen zu überstehen – es kann also vor allem gut improvisieren.

 

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