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Liebeslieder im Wandel der Zeit – Umwerben mal anders

Sebastian Garn
von Sebastian Garn
/ 26.11.2013

Wenn die Grafik-Abteilung ihren Einstand im Blog feiert, kann es nach den Gesetzen der Logik nur um ein Thema gehen: Musik. Das ist zumindest dann logisch, wenn es um ein kreatives Musikprojekt geht, das eine Werbetechnik anwendet, von der man des Öfteren hört: Virales Marketing. Wir alle wissen, dass sich die Werbebranche permanent im Wandel befindet. Aber genauso trifft das auf die Musik, genauer: das Thema „Liebe“ in Songs zu. Darum soll es hier gehen – getreu dem Motto „Love is in the Air“.

Die gute alte Schnulze hat sich im Laufe der Jahre doch sehr stark verändert, besonders wenn sie aus der männlichen Perspektive vorgetragen wird. Früher war es eher so, dass man sich in Liebesliedern eher dezent an das Thema herangepirscht hat, wie beispielsweise bei „Only You“ von The Platters. Heute funktioniert alles eher nach der Holzhammer-Methode. Das heißt, dass man mit der eigentlichen „Message“ gleich auf den Punkt kommt. Siehe zum Beispiel 50 Cent mit „P.I.M.P.“.

Von Liedern lernen – oder lieber doch nicht?

Diese starke Vereinfachung hat auch in der Werbung Einzug gehalten, was man gut an den neuen Logos von ebay, Microsoft oder Google sehen kann. Vorbei sind die Zeiten von vielen Schnörkeln. Es wird alles minimalistisch heruntergebrochen, beziehungsweise radikal aufgeräumt. Wobei man sich hier die Frage stellen kann, ob das eine so gute Entwicklung ist, da den Logos möglicherweise auch ihre Eigenheiten, das Besondere genommen wird. Die Zukunft wird zeigen, was nach dem Flat Design kommt.

Aber zurück zur Musik: Den musikalischen Wandel kann man sehr schön mit einem Video der Gruppe CDZA aus New York demonstrieren. CDZA steht für „Collective Cadenza“ zu Deutsch „Kollektive Kadenz“. Kadenz (lat. cadere = fallen) ist ein Begriff aus der Musik und beschreibt eine leitereigene Akkordfolge aus der Harmonielehre. Sprich aufeinander harmonisch klingende Akkorde aus einer Tonleiter.

Bei diesem Projekt haben sich professionelle Musiker zusammengesetzt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in regelmäßigen Abständen witzige musikalische Videoexperimente auf YouTube zu kreieren – allesamt mit einem viralen Flair.

Virale Hits – im wahrsten Sinne des Wortes

Virales Marketing deshalb, weil hier mit Hilfe von Video und den sozialen Netzwerken über die auf einen ganz anderen Sachverhalt hingewiesen wird: dass sich unser Bild von der Liebe mit der Zeit stark gewandelt hat. Zudem haben sich die, mit minimalem finanziellen Aufwand produzierten, Videos innerhalb kurzer Zeit schnell durch Mundpropaganda, beziehungsweise Likes verbreitet und viele Menschen erreicht. Was ebenfalls Kennzeichen für Virales Marketing ist.

Alle Videos haben gemeinsam, dass sie meist in einem kleinen holzverkleideten Studio spielen, in dessen Hintergrund das Logo von CDZA prangt. Zudem wechselt stets die Besetzung der Musiker, die alle schwarz tragen und am Ende jeder Performance gefühlte 30 Sekunden lang in die Kamera starren – bevor sie am Ende auf eine lustige Art und Weise ein „Subscribe us“ erscheinen lassen. Aber ganz so selbstlos ist diese Gruppierung auch nicht: Der andere Zweck hinter dieser Gruppierung besteht darin, Gigs beziehungsweise Engagements für CDZA zu generieren und anderen Musikern sowie Sängern die Chance zu geben, sich über eine Art Talentpool bekannt zu machen. Auch ein Grund, warum die Besetzung immer wieder wechselt.

So, nun ohne Umschweife zu dem Medley „The History of Whooing Women“ und zwecks Abwechslung auch „The History of Whooing Men“, mit dem uns CDZA auf eine Zeitreise durch die schönsten Liebesbekundungen an Frauen bzw. Männer mitnehmen. Dies ist nicht nur etwas für Nostalgiker, sondern auch für Menschen mit einem Faible für gesellschaftliche Veränderungen. Aber es ist jedem selbst überlassen, ob früher alles besser war oder nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

 

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