/ Blog

Digitalisierung gibt es nicht als Back­mischung

Sebastian Garn
von Sebastian Garn
/ 19.01.2018

Bereit für ein wenig geistige Flexibilität? Dann einmal die Synapsen entspannt und folgende These verdaut: Fernsehköche, der französische Philosoph Michel Serres, Algorithmen und Apfelkuchen sind die perfekten Reizwörter um das eigentliche Dilemma der Digitalisierung auf den Punkt zu bringen. Glauben Sie nicht? Versuchen wir es.

Zunächst sei festgestellt, dass man sich zumindest einen Teil der kulinarischen Fernsehformate mit einem professionellen Interesse an Gamification von Küchenarbeit schönreden kann. In ihrer Unausweichlichkeit hat man dann einen TV-Koch wahrscheinlich auch schon einmal über das Backen schimpfen hören. Immer wenn einer der sternebewährten Spitzenköche mit einer Aufgabe aus der Backstube konfrontiert wird, schimpft dieser unter Garantie, dies habe mit Kochen überhaupt nichts zu tun.

Auftritt Micher Serres: Der Franzose postuliert, das Backen habe seine eigenen Regeln und als Autor der „Philosophie der Gemenge und Gemische“ muss er es schließlich wissen. Spaß beiseite: Im Kern erfasst er mit seiner Aussage genau das Problem, was Köche mit dem Backen haben, denn „die Improvisation, das Ungefähre und die Abweichung haben hier nichts verloren“. Wer also mit Mengenangaben wie „Prise“ arbeitet und sich bei Garzeiten auf Gefühl und Erfahrung verlässt, kann mit einem Rezept, dass mit seinen grammgenauen Mengenangaben dafür sorgt, dass bei einer bestimmten Temperatur in einer bestimmten Zeit eine chemische Reaktion zwischen den Zutaten erfolgt, nichts anfangen.

Und ein Rezept ist nach Serres im Grunde genommen nichts anderes als ein Algorithmus. Bleiben wir also in unserem Bild, sind wir erst jetzt in der Lage, eine völlig neue Art der Zubereitung zu erlernen. Ein Problem für all diejenigen, die bislang ihr Service-Süppchen vor sich hinköcheln ließen, bis sie das Gefühl hatten, es sei fertig. Oder diejenigen die einen Marketing-Mix ganz nach ihrem Gusto würzen konnten. Also eine Entwicklung, die jene in Schwierigkeiten bringt, die bislang mit einer ungefähren Bewertbarkeit ihrer Angebote und Leistungen durchkamen.

 

Diesen Beitrag teilen:


Weitere Beiträge


/Blog

Werbung auf WhatsApp – Fluch oder Segen?

Bei dem Messengerdienst WhatsApp tut sich etwas! Und wir als Markenagentur werden diese Neuerung mit Spannung erwarten. Werden wir unser Hauptaugenmerk in Sachen BRANDmanagement auf eine neue Form des Social-Media-Marketings legen müssen? Ergeben sich für Marken neue Chancen? Oder ist Werbung bei unserem Lieblingsmessenger der Anfang vom Ende? Über diese Fragen werden wir in unserer Agentur mächtig diskutieren müssen. 
/News

Bild schön – die neue Website der Heimkehr

Zeitgemäß, responsiv, intuitiv – die neue Website der Heimkehr besticht durch ein modernes Design, das Platz für einen hohen Bild- und Bewegtbildanteil bietet. Neben dem einzigartigen visuellen Erlebnis stand beim Relaunch der Website eine klare Navigationsstruktur im Vordergrund. So sind für die Mitglieder zu jeder Zeit alle Informationen kinderleicht erreichbar.
/Blog

Freie Wahl, keine Qual!

Blog, Newsletter, Facebook, Twitter, Google+, YouTube, XING, LinkedIn, Pinterest, Instagram, Jodel und viele mehr – es gibt unzählige Social-Media-Kanäle. Da ist es gar nicht so einfach festzulegen, welcher Content auf welchem Kanal gespielt wird. Bevor sich konkret mit dieser Frage auseinandergesetzt wird, muss allerdings eine andere Frage beantwortet werden: Welche Kanäle bespiele ich überhaupt? Beziehungsweise: Welche Kanäle bieten mir/meinem Unternehmen den meisten Nutzen?
/Blog

Ohne Plan, ganz spontan?

In einer Agentur sind Abstimmungen oft spontan. Der Berufsalltag ist meist von dringenden Aufträgen dominiert. Ist man wenig strukturiert, kann das auch mal nach hinten losgehen. Diszipliniertes und selbstbestimmtes Arbeiten sind daher ein Muss. Ebenso wichtig ist es, mit den Kollegen verbindliche Absprachen zu treffen. Aber sollte man noch einen Schritt weitergehen? Sollte sich ein Redakteur an eine redaktionelle Guideline halten?