/ Blog

„Bitte nicht briefen!“

Sebastian Garn
von Sebastian Garn
/ 23.02.2018

Es ist ein eher offenes Geheimnis, von daher dürfte es keinen Hochverrat darstellen, es hier noch einmal ganz klar zu sagen: In den meisten Agenturen kursieren Sätze wie „Rip the Briefing“, „Das Briefing negieren“ oder zumindest ein vorsichtiges „Briefings sollten evaluiert werden“. Was bedeutet das? Und warum ist das so? Die Grammatik der vorstehenden Sätze gibt eigentlich schon die Antwort: Interrogativsätze, im Volksmund auch Fragen genannt, sind im klassischen Briefing erst einmal nicht vorgesehen.

Das Problem entsteht aus der Tatsache, dass die beteiligten Personen im Designprozess auf das Stellen von Fragen angewiesen sind. Im Design Thinking gibt es etwa die Vorgabe, zu Beginn des Prozesses einen Zustand des „Don’t know“ herzustellen. Alles vermeintlich vorhandene Wissen wird ausgeschaltet und es werden – mit verschiedenen Techniken – Eindrücke gesammelt, die möglichst mit der Perspektive des eigentlichen Nutzers, des Betroffenen übereinstimmen. Erst wenn auf diese Weise ein Zustand des „Do know“ erreicht ist, wird die eigentliche Problemstellung formuliert.

Mit einem klassischen Briefing hat das nichts zu tun. Auch vor Jahren entwickelte Arbeitsabläufe wie Dialogbriefings, Zielvereinbarungen oder schriftliche Debriefings inklusive eventueller Rebriefings reichen nicht an die Tiefe heran und sind nicht geeignet, um die Insights zu generieren, die für eine wirklich kenntnisreiche Zusammenarbeit entscheidend sind. Gleichzeitig ist ein so offener Ansatz wie das Design Thinking, nur in Ausnahmefällen ein brauchbarer Beginn für eine langfristige Partnerschaft zwischen Agentur und Kunde.

An dieser Stelle kommen Workshopmodelle ins Spiel, die mit hoher Expertise, großen Erfahrungswerten, abwechslungsreichen Techniken (auch aus dem Design Thinking), moderativen Geschick und eigens entwickelten Tools eben jene Needs und Insights aufdecken, auf die eine Marke in der Folge aufbauen kann.

Und während die oben erwähnten Design-Thinking-Techniken von Interviews über Beobachtung bis zum Einnehmen der Nutzerrolle reichen, haben wir als Agentur ein Toolset entwickelt, dass modular an den Reifegrad der Marke angepasst werden kann und sowohl klassische Methoden als auch kreative Eigenentwicklungen beinhaltet. So erreichen wir drei wichtige Ziele, die einen gelungenen Workshop, beziehungsweise eine gelungene Serie von Workshops auszeichnen:

– Alle Teilnehmer haben die Chance sich einzubringen, bleiben motiviert und verlassen den Workshop mit einem Erkenntnisgewinn.

– Es werden Needs und Insights generiert, die auch auf Kundenseite eine neue Perspektive auf den anstehenden Prozess eröffnen.

– Es entsteht ein Klima des partnerschaftlichen Vertrauens, das analog zu den gewonnenen Erkenntnissen ein Fundament für die zukünftige Zusammenarbeit bildet.

Diesen Beitrag teilen:


Weitere Beiträge


/News

Silber beim Best of Content Marketing Award

Mit seinem Geschäftsbericht 2018 hat der aha Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover vorgestern die Silbermedaille bei Europas größtem Content-Marketing-Preis, dem Best of Content Marketing Award, gewonnen.
/News

Neue Website für Digitales Hannover e.V.

Pünktlich zum bundesweiten #Digitaltag2020, an dem sich auch Digitales Hannover mit spannenden Aktionen beteiligte, erfuhr die Vereins-Website einen Relaunch. Die neue Website stellt Zielsetzung und Strategie des Vereins in den Mittelpunkt.
/News

B&B. unterstützt den GVH bei bundesweit einzigartigem Pilotprojekt

Nachdem der GVH Ende 2019 mit dem “Gratis-fahr’n-Tag” kostenlosen ÖPNV in der gesamten Region Hannover angeboten hat, stellt der Verkehrsverbund nun weitere Weichen in Richtung Verkehrswende: Mit dem neuen On-Demand-Service sprinti wird im Umland ein Shuttleservice für mehrere Personen geschaffen.
/News

Mit KI gemeinsam Gutes tun: Vidya Munde-Müller (Givetastic) im Interview

Künstliche Intelligenz (KI) wird zuweilen als Bedrohung empfunden. „Der Aufstieg leistungsstarker KI wird entweder das Beste oder das Schlimmste sein, was der Menschheit je widerfahren ist“, prophezeite einst Stephen Hawking. Dass es sich um Ersteres handeln könnte, legen Apps wie diese nahe: Givetastic macht sich KI zunutze, um damit soziales und ökologisches Engagement zu stärken. […]
/News

vinyltalk #14: Dr. Christoph Kolbe

Der Psychologe und Existenzanalytiker Dr. Christoph Kolbe spricht im überwegs mit Gastgeber Uwe Berger über personales Leadership, Vertrauen und psychologische Stabilität in Zeiten der Coronakrise. Außerdem verrät Kolbe, wie sehr ihn Crosby, Stills, Nash & Young in seiner Jugend geprägt haben.